22.11.2005
Die Verkehrsprognosen zum Riederwaldtunnel sind grundfalsch –
Amt für Straßen- und Verkehrswesen legt Teilgeständnis ab!
Die Verkehrsprognosen zum Riederwaldtunnel sind grundfalsch –
Amt für Straßen- und Verkehrswesen legt Teilgeständnis ab!
Im laufenden Erörterungsverfahren zum Riederwaldtunnel konnten die Verkehrsprognosen des Amtes für Straßenwesen (ASV) von Frankfurt22 und dem Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn in drei grundlegenden Punkten widerlegt werden.
1. Laut Prognose des ASV bewegt sich der durch den Riederwaldtunnel induzierte Verkehr von „2000 zusätzlichen Fahrten“ im „Promillebereich“.
Diese Aussage widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Im neuesten Gutachten (Juni 2005) des Sachverständigenrates für Umweltfragen (einem Beratungsgremium der Bundesregierung), heißt es auf Seite 93ff:
“Dabei ist die empirische Evidenz für eine deutliche zusätzliche Auslastung
von neu geschaffenen Kapazitäten durch induzierten Verkehr in der Literatur eindeutig.
(…) Empirische Schätzungen für Großbritannien gehen von einer Größenordnung zwischen 6 % und 40 % des gesamten jährlichen Wachstums der Fahrleistung durch den Ausbau der Straßeninfrastruktur aus.“ Insbesondere „lassen Ausbau- und Neubauprojekte in urbanen Ballungsräumen mit hoher Verkehrsdichte aufgrund der hohen latenten Verkehrsnachfrage stärkere Reaktionen erwarten.“
Die meisten der in der Studie zitierten Experten gehen von Wirkungen bis zu 100%, ab drei Jahren nach den Baumaßnahmen aus (siehe Anhang 1). Das ASV gab dann auch zu, man habe nur den „primär induzierten Verkehr“ betrachtet. Doch auch dieser wird falsch angegeben (siehe Anhang 1).
2. Die Abweichung der Kalibrierung (Eichung) des Modells von der Wirklichkeit wird von Herrn Spies vom ASV mit 5 % angegeben. Vergleicht man aber die Verkehrszählungen von 2002 (Magistratsbericht B 523) mit den von der ASV für 2003 angegebenen Zahlen, gibt es enorme Abweichungen von bis zu 122%. Das Modell beruht auf falschen Eingabedaten!
3. Fast alle Prognosen im Gesamtverkehrsplan 2004 von Professor Köhler für den Frankfurter Osten, weisen erheblich mehr Verkehr auf den Straßen um die A661 auf, als die Prognose des ASV. Auch hier sind Abweichungen von über 78 Prozent beweisbar.
Auf Nachfrage schieben sowohl ASV, als auch Stadtplanungsamt (Herr Wöbbeking) die Schuld auf Professor Köhler. Dieser, so wird unterstellt, habe nicht die neuesten Ausgangsdaten in sein Programm eingegeben. Das im Übrigen das gleiche ist (VISUM), wie das des ASV und sich auf die gleiche Datenbasis bezieht (Verkehrsdatenbasis Rhein-Main - VDRM). Wer hier gepfuscht hat, wird schon durch die Punkte 1-2 deutlich.
Es folgt daraus.
Die Prognosen, auf deren Basis das Projekt geplant wird, sind grundfalsch oder gefälscht! Das Projekt belastet den Osten Frankfurts erheblich stärker als angegeben und hat keine Entlastungswirkung. Das Planfeststellungsverfahren zum Riederwaldtunnel muss eingestellt werden!
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