10.04.2008
Straßenbahnverlängerungen und Buslinie für Oberrad
- Vorschläge von F22
Im Nahverkehrsplan der Stadt Frankfurt am Main werden dem ÖPNV in Oberrad zwei Mängel bescheingt, nämlich Erschließungslücken in Oberrad Süd und die mangelnde Direktverbindung nach Offenbach.
Der Magistrat hat zwar Pläne für eine Buslinie. Die aber würde nicht bis zum Oberräder Friedhof reichen und, falls eine noch ungeklärte Verlängerung nach Offenbach käme, die Fahrgastzahlen der Straßenbahn nach Stadtgrenze auf die extrem niedrige Zahl von 240 Personen/Tag reduzieren.
Frankfurt 22 legt deshalb nun Pläne vor, mit denen die ungelösten Probleme entschärft werden könnten. Und zwar auch bezüglich der Verhandlungen mit der Stadt Offenbach über eine Straßenbahn, die bisher immer auf die dortige Frankfurter Straße fixiert waren.
1. Trambahnstrecke zwischen Kaiserlei (S-Bahn) und Oberrad
Die Straßenbahnlinien über die Offenbacher Landstraße sind östlich des Buchrainplatzes nur noch schwach ausgelastet.
Der Fahrgasstrom bewegt sich hauptsächlich am morgen zur S-Bahnstation Mühlberg und abends von dort wieder zurück nach Oberrad.
Ist die Schienenstrecke blockiert, kann die Straßenbahn nicht mehr den Mühlberg erreichen.
Beide Probleme wären dadurch lösbar, dass ein Abzweig westlich vor der Autobahn entlang der Autobahn und unter der Eisenbahnbrücke hindurch (durch Verschiebung des Standstreifens) eingleisig bis zur S-Bahnstation Kaiserlei geführt wird.
Die Neubaustrecke könnte von einer in ihren Betriebszeiten ausgeweiteten Linie 15 (Richtung Niederrad) befahren werden und böte folgende Vorteile:
-Direktverbindung zwischen Oberrad und dem Arbeitsplatzschwerpunkt am Kaiserlei
-Zweite Verbindung von den Straßenbahnstationen auf der Offenbacher Landstraße zur S-Bahnstrecke. Das heißt:
a) jede Straßenbahn (beide Richtungen) ab Oberrad fährt zur S-Bahn
b) gleichmäßigere Auslastung der Trambahnen (Sitzplätze für alle)
-Bei einer punktuellen Streckenblockade gibt es eine Trambahnalternative. Liegt etwa eine Störung in Höhe der Bleiweißstraße vor, kann ein Trambahnpendelverkehr zwischen Buchrainplatz und Kaiserlei aufrecht erhalten werden.
Es bestünde eine Option für die Verlängerung bis zum Ratsweg in Ffm.
2. Trambahnstrecke von Oberrad in die Offenbacher Innenstadt
Eine technisch machbare Alternative zur alten Straßenbahnführung in Offenbach wäre die Führung der Tram entlang der DB-Fernbahnstrecke unter teilweiser Nutzung vorhandener Gleise und Bauwerke stilliegender Bahnanlagen.
Wo heute die Straßenbahnstrecke die DB-Gleise unterquert (und wenig später endet) könnte die Straßenbahnstrecke an die westliche Seite der DB-Trasse angeschmiegt werden. Auch bei einem 10-Minuten-Takt würde an dieser Stelle ein Gleis für einen problemlosen Betrieb genügen.
In Offenbach würde eine erste (zweigleisige) Haltestelle an der Kreuzung mit dem Isenburgring entstehen (nahe Krankenhaus Offenbach).
Anschließend würde die Trambahn zwischen Isenburgring und Sprendlinger Landstraße auf die Höhe des Bahndammes geführt und unter Benutzung eines toten Gleises incl. Brücke über die Sprendlinger Landstraße mindestens zum Offenbacher Hauptbahnhof fahren können.
Mehrere nicht mehr genutzte Bahngleise südlich neben den DB-Fernbahngleisen führen bis zur Bieberer Straße und ein Gleis auch nach „Offenbach Ost“.
Somit wäre bei veränderten politischen Rahmenbedingungen in Offenbach auch der Ausgangspunkt für ein dortiges Straßenbahnnetz gelegt.
Die Vorteile wären:
-Die Straßenbahn hätte an einem Endpunkt Offenbach Hauptbahnhof Anschluss zu zahlreichen städtischen und Regionalbuslinien, sowie zu Regionalbahnen.
-Die Straßenbahn würde am Rand der Offenbacher Innenstadt halten.
-Auch die Distanz zum Offenbacher Rathaus wäre dann von heute 1.200 Meter auf 600 Meter verkürzt.
-Es entstünde eine Direktverbindung zwischen Ffm und eine dem Offenbacher Krankenhaus nahe gelegenen Haltestelle.
-Optionale Verlängerung z.B. über die Waldstraße in Offenbach.
3. Neue Buslinie für Oberrad
Für einen wirtschaftlichen Betrieb einer neuen Buslinie für Oberrad schlägt Frankfurt 22 die Zusammenlegung der heutigen Buslinien 45 und 47 zusammen.
Die Linie 45 erfüllt heute nur den Zweck, das Deutschherrnviertel zu erschließen.
Dabei fährt auch die Linie 46 dort vorbei, hält bloß nicht. Für die 46 müßten also lediglich entsprechende Haltestellen eingerichtet werden.
Erschließungslücken in Oberrad befinden sich beim Altenheim im Bereich Goldbergweg/Balduinstraße, am Waldfriedhof und der Tellersiedlung.
Unter Berücksichtigung vorhandener Straßenquerschnitte und Einbahnstraßen schlägt Frankfurt 22 vor, die heutige Linie 47 vom Wendelsweg über den Reversbrunnenweg, Seehofweg und die Balduinstraße zu führen. Nachdem der Bus die Ortsmitte von Oberrad angefahren hat, soll er dann über die Buchrainstraße bis zur Trauerhalle des Friedhofes, die auch nahe der Tellersiedlung liegt, geführt werden.
Der Rückweg würde wieder über die Buchrainstraße und Offenbacher Landstraße erfolgen. Durch Abbiegen in den Lettigkautweg könnte die Buslinie schließlich wieder auf den heutigen Linienweg des 47ers zurückkehren.
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