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08.04.2008
Treffen Interessengemeinschaft Neue Wasserhofstraße (ig NW) und Frankfurt 22

Am 27.03.2008 haben beide Initiativen über eine beabsichtigte Zusammenarbeit in verkehrs-politische den Stadtteil Oberrad betreffende Fragen gesprochen. Die Schwerpunkte waren:
1. Verbesserungen auf der Straßenbahnlinie 16 für einen zuverlässigen störungsfreien Betrieb
2. Eine Ringbuslinie für einen den gesamten Stadtteil Oberrad bedienenden ÖPNV
3. (Wieder-)Einrichtung einer S-Bahn-Station am ehemaligen Bahnhof FFM-Oberrad?
Zu 1.: Für beide Initiativen ist die Straßenbahnlinie 16 zur ÖPNV-Erschließung des Stadtteils unver-zichtbar. Damit ist nicht hinnehmbar, dass für diese Straßenbahnlinie die für das übrige Streckennetz üblichen Verbesserungsmaßnahmen (barrierefreie Haltestellen, dynamische Fahrplanzeigen, Beschleuni-gungsprogramm im ÖPNV, Vorrangschaltungen an Signalanlagen, usw.) bisher nicht vorgesehen sind. Unsere Forderung: Sollen die politischen Absichtserklärungen zum Weiterbetrieb der Tram keine Lippenbekenntnisse bleiben müssen hier Taten folgen! Dies vor allem weil die bisherigen Hindernisse entfallen sind (die südmainische S-Bahn ist in Betrieb und auf die D-Strecke als unterirdische U-Bahn wurde endgültig verzichtet).
In Ergänzung dazu werden gerade im engen Ortskern von Oberrad eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Sicherung eines zuverlässigen, reibungslosen und störungsfreien Betriebes benötigt, die in die Planung der Modernisierungsmaßnahmen zwingend mit einzubeziehen sind. Hierzu gehören: Die Neuordnung des ruhenden Verkehrs mit dem Ziel, die Tram-Gleise dauerhaft und nachhaltig verkehrswidriges, den Betrieb bis zur Einstellung behinderndes Falschparken zu sichern ebenso wie das Unterbinden des „Parkens in der zweiten Reihe zwecks kurzer Besorgungen“. Konsequentes Einführen des längs zur Fahrbahn Parkens statt des üblichen aber oft regelwidrigen Querparkens. Ausweisung von Kurzzeit-parkplätzen vor Versorgungseinrichtungen und Einrichtung von Anwohnerparken im Übrigen. Problema-tisch bleibt dabei der Parkdruck durch die Nutzer der nahen Freizeit- und Erholungseinrichtungen am Mainufer (Ausflugslokale Gerbermühle und am Rudererdorf / das Mainufer selbst als Startpunkt für Spaziergänge in den Grüngürtel und Bestandteil des Goetheweges). Aus Sicht von FFM und der ig NW muß hierzu die ÖPNV-Nutzung mit den Mitteln des Push and Pull gezielt verstärkt werden.
Diskutiert wurden auch bauliche Maßnahmen zur Verhinderung des unbeabsichtigten Befahrens der Gleisbereiche durch die motorisierten Verkehrsteilnehmer (u.a. Einbau von befahrbaren Bordsteinkan-ten). Vorteilhaft daran ist, die Gewinnung einer gesonderten ÖPNV-Fahrspur für Straßenbahn und Busse, die zudem als Gasse für Rettungsfahrzeuge nutzbar ist!
Für einen dauerhaften Weiterbetrieb der Tram sind aus Sicht von FFM 22 und ig NW höhere Nutzer-zahlen und dafür eine Verlängerung der Strecke zur Vergrößerung des Einzugsbereiches unerläßlich. Hierbei wurden die Varianten Verlängerung entlang der Fernverkehrsbahntrasse unter Ausnutzung nicht mehr benötigter ehemaliger Gleise zum Offenbacher Hauptbahnhof sowie ein Abzweig an der Autobahn A 661 und entlang dieser zur S-Bahnstation Kaiserlei besprochen. Eindeutigen Vorrang hat dabei die Wiederherstellung einer durchgehenden Verbindung zwischen Oberrad und dem Stadtzentrum von Offenbach.
Zu 2.: Der ÖPNV wird im Stadtteil Oberrad nahezu ausschließlich durch die Straßenbahnlinie 16 abgedeckt. Daneben liegen Teile des Stadtteils im Einzugsbereich der S-Bahnstation Mühlberg sowie in diesem Bereich der Quartiersbusse der 40er-Linien in Sachsenhausen. Durch diese Monostruktur entstehen neben den unter „1.“ behandelten Problemen mit dem Straßenbahnbetrieb auch weite Bereiche nicht angemessen bedienter Siedlungsteile. Hierzu wird gefordert, daß die vorhandenen Planungen für einen Ringbus konsequent verfolgt werden, weil bei geeigneter Linienwahl im Stadtteil die Bedienungsqualität der bisher vernachlässigten Siedlungsbereiche (vor allem gesamter Goldbergweg, Waldfriedhof und Tellersiedlung) verbessert und bei Anbindung an die S-Bahnstationen Mühlberg und Kaiserlei auch die Alternativlosigkeit der Linie 16 bereinigt werden kann. Weil die Einführung dieses Busverkehrs schnell umsetzbar ist, gilt dies als vorrangige Sofortmaßnahme. Die zögerliche Vorgehensweise der städtischen Gremien ist hierbei weder nachvollzieh- noch hinnehmbar.
Achim Ritter

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