08.12.2006
Dezernent Sikorski will Friedberger Landstraße als Rennstrecke erhalten
Erst kürzlich wurde in der Friedberger Landstraße wieder ein Jubiläum gefeiert: Zum 50. Mal ist der Grenzwert für Feinstaub überschritten worden – 35-mal gelten als zulässig (z.Zt. sind es schon 53). Nachts, wenn sich der Autostau aufgelöst hat, ist die Friedberger eine Rennstrecke, rund um die Uhr Ruhe gibt es keine Ruhe. Anwohner forderten seit Jahrzehnten endlich Maßnahmen zu ergreifen. Im Nordend, einer der Hochburgen der Grünen, erhielten sie Unterstützung von den Grünen, solange die noch nicht den Verkehrsdezernenten stellten. Dieser sagte vor wenigen Monaten (18.7.2006) der Frankfurter Rundschau auf die Frage, was „mit alten grünen Forderungen wie Tempo 30 auf Grundnetzstraßen” sei: „Das steht nach wie vor als politische Forderung im Raum. Aber da können wir uns die Beine ausreißen - Grundnetzstraßen liegen als Bundesstraßen nicht in unserer Kompetenz.”. Die Linke im Römer stellte nun den Antrag, die Friedberger Landstraße als Bundesstraße herabzustufen, damit die Kompetenz für diese Straße auf die Stadt Frankfurt übergeht. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung nach dem Bau der A 661, die parallel zur B 3 verläuft, selbst diesen Vorschlag gemacht hatte. Im Verkehrsausschuss herrschte zu dem Antrag betretenes Schweigen; CDU und Grüne versuchten nicht einmal ihn inhaltlich zu zerpflücken, sondern sagten bloß Nein. „Nach dem Bruch des Koalitionsvertrages zugunsten des Autoverkehrs am Mainufer hat der Verkehrsdezernent Sikorski damit zum zweiten mal deutlich gemacht, dass er seine Handlungsmöglichkeiten gar nicht ausschöpfen will“, meint Markus Schmidt von der Initiative Frankfurt 22. „Die CDU hätte keinen besseren für ihre Politik finden können“, ergänzt Frankfurt 22-Sprecher-Klaus Gietinger und ist gespannt, „ob sich die Grünen im Nordend das gefallen lassen“.
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